Der Heimatverein Lockwitz engagiert sich für die Erforschung und Bewahrung der Geschichte des Stadtteils Lockwitz – ein Dresdner Stadtteil, in dem auch die SRH Oberschule und das SRH Berufliche Gymnasium ihren Sitz haben. Darüber hinaus setzt er sich im Rahmen des Projektes "Stolpersteine für Lockwitz und Nickern" für die Verlegung weiterer Gedenksteine ein. Dieses ehrenamtliche Engagement wird mit der diesjährigen Beiratsspende unterstützt.
Anlass für das Projekt und die damit verbundenen intensiven Recherchen war die Frage, warum es im Dresdner Stadtbezirk Prohlis, zu dem der Stadtteil Lockwitz gehört, nur drei Stolpersteine gibt. Die Stolpersteine gelten als das größte dezentrale Denkmal der Welt. Auf Stolpersteinen aus Messing stehen die Namen und Schicksale von Menschen, die während der Naziherrschaft deportiert und umgebracht wurden bzw. fliehen und alles zurücklassen mussten. Weltweit wurden über 116.000 Stolpersteine in 31 Ländern verlegt. In Dresden sind es mittlerweile fast 400.
Im Stadtbezirk Prohlis wurden erst wenige Stolpersteine verlegt, da die vorausgehende Recherche in Archiven sehr aufwändig ist. Insbesondere Datenschutz und fehlende Dokumente sind die größten Hürden. Matthias Daberstiel, dem Vorstand des Heimatvereins Lockwitz, ist es dennoch gelungen, drei Schicksale umfassend zu recherchieren, so dass voraussichtlich im September 2026 drei neue Stolpersteine im Stadtbezirk Prohlis verlegt werden können. Einer wird sich in unmittelbarer Nähe zum Schulstandort Urnenstraße befinden. Künftig ist geplant, dass sich Schülerinnen und Schüler der Oberschule am Projekt beteiligen, indem sie beispielsweise die Pflege der Steine übernehmen.
"Stolpersteine sind ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen. Sie erinnern uns daran, dass Menschenwürde, Freiheit und Demokratie niemals selbstverständlich sind. Als Bildungsunternehmen sehen wir es als unsere Verantwortung, historisches Bewusstsein zu stärken und insbesondere jungen Menschen Wege zu zeigen, aus der Geschichte zu lernen. Deshalb haben wir dem Beirat eine Spende für den Heimatverein vorgeschlagen, der sich dafür in unserer direkten Nachbarschaft engagiert", so der Geschäftsführer des SRH Berufsbildungswerkes Sachsen, Marcus von Oppen.
Mit der Beiratsspende in Höhe von 500 Euro werden seit vielen Jahren zu jedem Jahresende gemeinnützige Projekte, Vereine oder Institutionen unterstützt.